Gibt es uninterpretierte Fakten?
Am Beispiel: Wikipedia und die Gorch Fock Affäre
– Wikipedia ist die wichtigste Anlaufstelle für alle, die nach schnellen Informationen suchen. Allein aus Deutschland gibt es täglich an die 30 Millionen Suchanfragen. Der Spieledesigner Jesse Schell hatte letztes Jahr in einem Vortrag gesagt: “When I heard in 2001 that there was a new encyclopedia, where everybody could be an author I thought – ‘that is the stupidest idea I’ve ever heard.” Aber das Prinzip funktioniert, und Untersuchungen haben gezeigt, dass Wikipedia im Schnitt nicht unzuverlässiger ist, als gedruckte Enzyklopädien. Von der Tatsachen dass sie mittlerweile zur größten Wissenssammlung aller Zeiten angewachsen ist und alle in sie investierten Arbeitsstunden auf rein freiwilliger Basis geleistet wurden, geht eine unheimliche Faszination aus.
Allerdings gibt es auch Schwierigkeiten mit Wikipedia: der Großteil aller Recherchen im Internet beginnt und endet auf dieser Seite. Gerade für Schüler ist “Nachforschen” oftmals mit “in Wikipedia nachschlagen” identisch. Was aber ist mit den Fakten und Tatsachen, die auf Wikipedia nicht erwähnt werden und somit in den toten Winkel des Blicks der Internetgemeinde geraten? Kann man überhaupt einen Eintrag in der Enzyklopädie mit “Fakt” gleichsetzen? Es gibt Kritiker, die bei der wachsenden Bedeutung von Wikipedia von einem “digitalen Stalinismus” sprechen.
In seinem FAZ-Artikel vom 1.2.2011 bespricht Daniel Grinsted diese Problematik im Bezug auf die “Gorch Fock Affäre” und den Streit um “Stuttgart 21″.


02. Feb, 2011 







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